Chinesische Landwirtschaft in Mosambik

Wenn das Gras auf der einen Seite aufgebraucht ist, gehen die Kühe zur anderen Seite der Weide. Nach dem gleichen Prinzip verhalten sich zunehmend Regierungen, Investoren und Spekulanten, die sich fruchtbares Ackerland in anderen Ländern sichern. Länder wie Argentinien, Äthiopien oder Mexiko sind schon jetzt zu großen Teilen „verkauft“. Dieses Phänomen nennt man „landgrabbing“: der großflächige Ankauf von Landflächen in Lateinamerika, Afrika und Asien. 

Die Käufer haben unterschiedliche Interessen an den fruchtbaren Flächen, doch an erster Stelle steht immer der eigene Profit.

Da sind zum Beispiel Schwellenländer, wie China und Südkorea, welche durch das rasche Bevölkerungswachstum neue Anbauflächen für Nahrungsmittel, Futterpflanzen und Agrotreibstoffe benötigen. Durch den Kauf von Ackerland in anderen Ländern wollen sie sich unabhängiger machen von internationalen Märkten und damit von Preisschwankungen für Lebensmittel. 

Zu den privaten Investoren zählen Energiekonzerne, die große Flächen Land zum Anbau von Energiepflanzen kaufen. Diese Pflanzen sind ausschließlich für den Export gedacht, um Agrotreibstoffe  für unsere Fahrzeuge in Europa herzustellen. 

Weiterhin ist landgrabbing auch für Investmentfonds interessant. Der Anstieg der Weltbevölkerung und die Folgen des Klimawandels lassen Investmentfonds darauf spekulieren, dass die aufgekauften Landflächen zukünftig im Wert steigen und damit Rendite abwerfen werden. Schätzungsweise 80 Millionen Hektar Anbauflächen weltweit gingen in den vergangenen zehn Jahren an ausländische Investoren.

Gefährdung für heimische Kleinbäuerinnen und -bauern

Für die einheimische Bevölkerung in den sogenannten Entwicklungsländern hat das schwerwiegende Folgen. Da die Landnutzungsrechte oft völlig ungeklärt sind, werden Kleinbauern und –bäuerinnen oft vertrieben oder umgesiedelt. Sie verlieren ihre Lebensgrundlage. Konflikte um Land und Wasserzugang spitzen sich in den betroffenen Regionen enorm zu. 


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