Insekten und Bienen, die Retterinnen unserer Natur!

So idyllisch eine grüne Wiese im Sommer sein kann, so nervig können auch ihre Bewohner*innen bei einem entspannten Picknick für uns Menschen sein. Doch die kleinen Bewohner*innen namens Insekten sind wahre Schätze für die Natur.

Insekten erfüllen eine entscheidende Funktion im ökologischen Kreislauf, genauer gesagt, für die Flora und Fauna. Denn viele von ihnen sind für die Bestäubung und somit für die Reproduktion verschiedener Pflanzenarten verantwortlich. Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind von der Insektenbestäubung abhängig und 60 Prozent der heimischen Vögel ernähren sich im natürlichen Lebensraum von Insekten. Aber auch die Landwirtschaft profitiert von der Insektenbestäubung. Besonders der Ernteertrag von Kernobst wie Äpfel und Birnen und Steinobst wie Kirschen und Pflaumen, ist von der Bestäubung vor allem von Honig- und Wildbienen, Hummeln sowie anderen Insekten abhängig. Der Ernteertrag kann beispielsweise bis zu 80 Prozent bei Kirschen und bis zu 30 Prozent bei Pflaumen im Vergleich zur Windbestäubung gesteigert werden. Auch zahlreiche Beeren und Gemüsesorten wie Kürbisse, Gurken oder auch Gewürze sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. 

Was ist das Problem?

Das Insektensterben! Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Insekten um 30 Prozent verringert. Das Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht anhand von mehreren Studien die sogenannte "Rote Listen der gefährdeten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland", in der mehr als 3.000 Insektenarten registriert sind. Die Krefelder-Studie von 2017, welche sich über 27 Jahre erstreckte und in der 63 deutsche Naturschutzgebiete untersucht wurden, notiert sogar einen Rückgang von über 80 Prozent der Biomasse, also der Häufigkeit, an Luftinsekten ab 1998. 

Besonders betroffen seien Lebensräume der Insekten, die sich in einer Umgebung von starker landwirtschaftlicher Nutzung befinden. Für die Anzahl von Insekten in Wäldern beobachteten die Forscher*innen dieser Untersuchung einen Rückgang von ca. 60 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig. Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung nennt folgende:

  • Veränderungen des Klimas sowie Neugestaltungen von Landschaften, wie weniger Hecken oder gestufte Waldränder und erhöhte Siedlungsentwicklungen, die als Lebensräume und Futterquelle dienen
  • Nutzung und Bewirtschaftung der Landschaft unter anderem durch die Landwirtschaft (etwa Gewässer, Wiesen, Äcker)
  • Schadstoffe und Lichtverschmutzung
  • Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur
  • Nicht sachgerechte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Diese Ursachen zeigen auf, dass sich für die Politik und die Landwirtschaft große Aufgaben stellen, um das Vorkommen von Insekten(-arten) zu schützen. Doch auch wir und du können etwas zum Schutz der Insekten beitragen.

Was kannst du tun?

Um beispielsweise die Bienen hierzulande zu schützen, kannst du schon beim Einkauf einen Teil dazu beitragen. Beim Kauf von Bio-Honig aus deutscher Produktion unterstützt du heimische Imker*innen und damit auch viele Bienenvölker und beschützt diese vor Pestiziden oder ungünstigen Standorten mit hohen Schadstoffgehalt in der Luft. Falls du einen Balkon oder Garten hast, pflanze bienenfreundliche Pflanzen ein oder sorge für ihren Erhalt. Zu diesen zählen z.B. Salbei, Gänseblümchen, oder auch Ringelblumen, Apfelbäume sowie verschiedene Sträucher wie Himbeere und Lavendel. Außerdem kannst du mit ein bisschen Geschick ein sogenanntes Insektenhotel bauen. Eine hilfreiche Anleitung findest du zum Beispiel in diesem Video. Solche Insektenhotels helfen den Insekten zu nisten und zur Überwinterung. Weitere Maßnahmen, wie seltener den Rasen mähen (ab April nicht häufiger als alle 6 Wochen) sorgen dafür, dass Wildblumen blühen können, die als Nahrungsquelle für Insekten dienen. Und das wichtigste: Teile und verbreite dein jetziges Wissen über das Insektensterben und über Maßnahmen zum Insektenschutz!

Wenn schon kein deutscher Honig, dann bitte fair!

Bei einem Verzehr von 1 Kilo Honig pro Kopf und Jahr, reicht der aus Deutschland produzierte Honig nicht aus, um den Bedarf zu decken. Deshalb werden über 70 Prozent des in Deutschland verbrauchten Honigs importiert. Die GEPA, MISEREOR oder Fairtrade Deutschland fördern faire Bedingungen für Arbeiter*innen in globalen Handelsketten der Lebensmittelproduktion. Auch in der Honigproduktion. Beispielsweise bildete ein Partner von MISEREOR etwa 400 Kleinbäuer*innen in Laos zu Imker*innen aus. Die Bienenstöcke wurden in der Nähe ihrer Erntefelder aufgestellt. Damit helfen die Bienen die Ernteerträge bis zu 40 Prozent zu steigern und zusätzlich wird der Honig zu festen Mindestpreisen nach fairtrade-Standards verkauft. Durch fair gehandelten Honig unterstützt du also Kleinbäuer*innen im globalen Süden auf mehreren Ebenen. Durch den erhöhten Ernteertrag wird die Versorgung der Familien gesichert und die fairen Mindestpreise sind eine wichtige Einnahmequelle. Diese positiven Einflüsse wirken sich auch auf die angehörigen Kinder aus, die durch die sichereren Einkommensverhältnisse Schulbildung genießen können, anstatt bei der Ernte zu helfen. 


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Quellen:

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