Das "Fairphone" – Das Telefon der Zukunft?

Von Kinderarbeit im Kongo über Umweltverschmutzung in Südamerika bis hin zu Großfabriken in China, aus denen hin und wieder Horrorgeschichten dringen: Die meisten Smartphones werden auf Kosten von Mensch und Umwelt produziert.

Doch seit ein paar Jahren machen sich einige Unternehmen auf den Weg, die Produktion unserer liebsten technischen Geräte sozial fairer und ökologischer zu gestalten. Das erfolgreichste Start-Up in diesem Bereich kommt aus den Niederlanden. Ihr „Fairphone“ ist das erste faire und dennoch hochwertige Mittelklasse-Smartphone der Welt.

Menschliche Arbeitsbedingungen - angemessene Löhne

Die Rohstoffe, die für dieses Handy verwendet werden, stammen zum größten Teil aus fairen Abbaubedingungen, bei der Herstellung des Fairphone soll es keine Menschenrechtsverletzungen geben. Der Hersteller achtet darauf, weniger gefährliche und giftige Materialien zu beschaffen und legt den Wert auf fair abgebaute Ressourcen. Anstatt den Krisenregionen den Rücken zu kehren, verhandelt der Hersteller dort über faire Arbeitsbedingungen. Auch für die Mitarbeiter sorgt das Unternehmen. Sie erhalten Mitspracherechte, die Arbeitnehmervertretungen werden gestärkt und es werden angemessene Löhne gezahlt.


DIY: Do it yourself

Jede*r Smartphone-Besitzer*in kann mit Sicherheit ein Liedchen von nervigen Reparaturen und Kosten singen. Und da zeigt sich ein weiterer Vorteil des Fairphone. Die Einzelteile sind einfach austauschbar. Ist ein Teil beschädigt, soll der*die Käufer*in selbst in der Lage sein, auch bei größeren Defekten, Einzelteile zu ersetzen. Dadurch werden Zeit, Geld und insbesondere Rohstoffe eingespart. Außerdem soll es lange nutzbar und gut wiederzuverwerten sein. In Zeiten, in denen Smartphones nach Ablauf der Garantie oft kaputtgehen, ist das ein eindeutiger Pluspunkt. Die Wiederverwertbarkeit der Materialien hilft zudem, den Rohstoffabbau zu reduzieren und somit bleiben die raren Rohstoffe der Erde länger erhalten.

Für den Betrag von etwa 420 € erhält man nicht nur ein sehr gutes und fair produziertes Smartphone, sondern setzt gleichzeitig auch ein Zeichen für bessere Herstellungs- und gerechtere Lebensbedingungen der Beteiligten. Mit dem Fairphone 3 wurde die Möglichkeit aufgezeigt, gute Smartphones herzustellen, ohne dass dafür Kinder und Arbeiter*innen ausgebeutet oder wertvolle Ressourcen verschwendet werden müssen. Zwar ist es auch bei dem Fairphone aufgrund der Vielzahl an benötigten Materialen, der Komplexität der Fertigungskette und der Einzigartigkeit des Projektes noch nicht 100 % fair. Aber das Unternehmen zeigt: Es ist möglich, ein faires Smartphone herzustellen.

Auf der Website von Fairphone kannst du dir eine genaue Aufgliederung der Materialkosten ansehen, aus der das Smartphone besteht: Cost Breakdown of the Fairphone 3

Das Shiftphone zieht nach!

Und nun schickt sich auch ein deutsches Unternehmen an, dem Weg von Fairphone zu folgen. Das hessische Start-Up Shift produziert ebenfalls faire und nachhaltige Smartphones. Die Fertigung findet größtenteils in Deutschland statt. Einige Teile werden zwar in China produziert, aber in einer eigens von Shiftphone errichteten Fabrik.

Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen dem Fairphone und dem Shiftphone. Die Wichtigste: Ihr könnt euer Shiftphone selbst reparieren. Schnell ein paar Schrauben lösen und innen die Einzelteile einfach zusammenstecken. Und das Beste ist, dass die Teile nicht einmal teuer sind. Das Shiftphone könnt ihr ab 430 € kaufen und durch die besseren Reparatur-Möglichkeiten vermutlich viel länger nutzen als andere Handys.

Quellen: