Fleisch erzeugt CO2 wie Sau

Unser Essen ist wertvoll. Häufig unterscheiden wir zwischen gehobenen und deliziösen, sowie herkömmlichen Mahlzeiten. Während Nudeln, Reis und Kartoffeln eher zu den alltäglichen Gerichten gehören, stellen Fleischprodukte weltweit etwas Besonderes dar. Doch das ist nicht überall so. Wenn bei Fleisch nur noch das Filetsteak auf dem Teller landet und der Rest für Düngermittel und die Energieproduktion dient, dann wird mit dieser Delikatesse nicht schonend sondern verschwenderisch umgegangen.

In Deutschland hat sich der Fleischkonsum in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz berechnete die Heinrich-Böll-Stiftung einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland im Jahr 2016 von 59 Kilogramm, während in den ärmsten Ländern gerade einmal 10 Kilogramm jährlich verzehrt werden. Allerdings ist zu beachten, dass die 59 kg nur den „reinen“ Verzehr darstellen und darüber hinaus über ein Drittel weiterhin verbraucht werden, die meist als Abfälle im Mülleimer landen. Hinzu kommt, dass alt gewordene oder zu große Einkäufe einfach restlos entsorgt werden. Positiv zu verzeichnen ist hingegen der seit 2011 leicht sinkende Fleischverzehr pro Kopf in Deutschland, von etwa 6,1 Prozent [1]. Trotzdem essen immer noch 85% der Bevölkerung (nahezu) täglich Fleisch und Wurst.

Um diesen enormen Fleischkonsum aufrecht zu erhalten, werden industrielle Massentierhaltungen sowie große Mengen an Futtermittelimporten benötigt. Denn wir Deutschen möchten möglichst viel Fleisch zu möglichst geringen Preisen essen. Dass wir dadurch uns selber und auch dem Klima schaden, wird immer seltener beachtet.


Fleisch? Was hat meine Bratwurst mit dem Klima zu tun?

Die Viehhaltung trägt global gesehen mit mindestens 18 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei – mehr als der Transportsektor. Sie ist also ein bedeutender Mitverursacher des Klimawandels. Besonders Großvieh lässt die CO2-Bilanz stark nach oben steigen: Während ein Kilo Gemüse mit einem CO2-Äquivalent von 150g CO2 verbunden ist, sind es bei einem Kilo Rindfleisch 13.550g. Weltweit kommen zwei Drittel des sehr klimaschädlichen Lachgases und ein Drittel des ebenso problematischen Methans aus der Tierhaltung. Hinzu kommen noch Emissionen aus der Futtermittelproduktion und dem Transport [2].

Zu viel Fleisch schadet meinem Körper?

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Fleisch wird vermehrt Antibiotika in der Massentierhaltung eingesetzt. Beispielsweise hat der BUND auf 88 Prozent bei Discounter gekauften Putenfleisch-Proben antibiotikaresistente Keime gefunden. Wofür sind Antibiotika überhaupt gut? Für die Produktion von Billigfleisch werden massenhaft Nutztiere auf engem Raum gehalten. Um sie gesund zu halten, die Ausbreitung von resistenten Keimen vorzubeugen und somit ihre Lebensdauer zu verlängern, hilft in der industriellen Tierhaltung schließlich nur Antibiotikum. Damit sind wir Verbraucher indirekt auch gefährdet. Sowohl bei der Verarbeitung in Schlachtbetrieben als auch bei der Verarbeitung des Endproduktes in unserer Küche kann unsauber gehandelt werden, sodass resistente Keime auch uns Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen können. Durch einen erhöhten Verzehr von Fleisch bzw. Billigfleisch, kann dies demnach unserem Körper schaden.


Was kann ich tun?

Auf Fleisch musst du nicht komplett verzichten. Du trägst auch schon nachhaltig dazu bei, wenn du weniger Fleisch verzehrst und darauf achtest, keine billig hergestellte Ware zu erwerben. Kaufe dein Fleisch lieber bei deinem Metzger um die Ecke und frag nach, wo und wie es hergestellt wurde. Lege lieber viel mehr Wert auf regionale und Bio-Produkte, wo du weißt, dass die Tiere nicht in Massentierhaltung gehalten und mit Antibiotika behandelt wurden. Tolle Rezepte nach saisonalen Kriterien gibt es zum Beispiel auf www.regional-saisonal.de. Dort gibt es auch Tipps für so genannte „Klima-Kochbücher“.

Weitere Tipps für geringeren Fleischkonsum

Wie wir nun bereits wissen zieht unsere hohe Nachfrage nach Fleisch viele Probleme für Umwelt und Menschen mit sich, wie etwa die Zerstörung des Regenwaldes oder Ackerflächen von Menschen in sogenannten Entwicklungsländern. Außerdem geht damit eine große Treibhausgasemission einher. Deshalb: weniger ist besser – auch bei Fleisch und Fisch.

Wir nennen dir weitere Tipps zum geringeren Fleischkonsum:

  • Der „Fleischatlas“ gibt dir mehr als nur Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel. Welche Auswirkungen der erhöhte Fleischkonsum hinsichtlich der Landwirtschaft, Antibiotika und des Tierwohls hat, könnt ihr dort nachlesen.
  • Eine vegetarische Ernährung kann super abwechslungsreich und lecker sein. Wenn du trotzdem Fleisch und Fisch essen möchtest, dann ist auch hier zertifizierte Ware die bessere.
  • Eure Kantine/Mensa auf eurer Arbeit, in der Schule oder der Universität bietet keinen VeggieDay oder vegetarische Produkte an? Dann tut euch zusammen und setzt euch gemeinsam durch, dass sie in ihrem Speiseplan auch Vegetarier berücksichtigen. Natürlich könnt ihr auch von zu Hause leckere Gerichte mitnehmen.
  • Setzt euch Grenzen: Versucht es einfach mal mit einer fleischfreien Woche und probiert die Vielfalt der vegetarischen oder veganen Rezepte. Einen guten Überblick mit „Lebensmittel-ABC“ findet ihr unter: www.vebu.de/essen-genuss/

Quellen:

 

 

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