Baumwolle – gutes Image, aber was steckt dahinter?

Baumwolle hat einen vermeintlich guten Ruf. Sie dient als vielseitiger Rohstoff für die meisten Textilprodukte, ist hautverträglich und vor allem langlebig. Was man oft nicht sieht und als Konsument oder Konsumentin nicht beantwortet bekommt ist der Anbau und die Verarbeitung der schönen weißen Pflanze, welche mit Umwelt- und sozialen Problemen verbunden sind.

Baumwolle wächst hauptsächlich in den USA, Indien und China. Da die Pflanze gute Saug- und Widerstands-fähigkeit zeigt, ist sie seit Jahrtausenden in unserer Kleidung enthalten. Um die Pflanze vor Schädlingen zu schützen, kommen jede Menge giftige Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Pro Saison wird Baumwolle durchschnittlich 20 bis 25 Mal mit Pestiziden aller Art besprüht. Für jedes Baumwoll-T-Shirt landen rund 150 g Gift auf dem Acker. Auch bei der Entlaubung kommen Chemikalien zum Einsatz. Als Folge gelangen die Pflanzenschutzmittel bis ins Grund- und Trinkwasser. Gewässer und Böden werden verseucht. Zudem gibt es jedes Jahr Unfälle mit dem giftigen Spritzmittel, an deren Folgen jährlich tausende Menschen sterben.

Ein weiteres Problem ist der hohe Wasserverbrauch beim Baumwollanbau. Immer mehr Baumwolle wird in Gebieten mit Halbwüsten-Klima angebaut. Dort zapft man Oberflächengewässer an oder pumpt Grundwasser auf die Felder. Doch auch das Grundwasser reicht oft nicht aus. Der Rückgriff auf künstliche Bewässerung führt dazu, dass Wasser aus anderen Gebieten über weite Strecken in die Anbaugebiete gepumpt werden muss und somit auch das Grundwasser von Außerhalb vermindert wird.

Zusammengefasst sind Bodenversalzung und sinkende Grundwasserspiegel in den Hauptanbaugebieten für Baumwolle schwerwiegende Probleme.

Und leider ist Baumwollanbau und -ernte nur der erste Schritt in der langen Produktionskette unserer Klamotten, in der auf Umwelt und Arbeiterinnen und Arbeiter wenig Rücksicht genommen wird. Bei den Arbeitenden in der Textilindustrie sieht es nämlich nicht besser aus. Mehr lesen... 

UND JETZT? – WAS KANN ICH TUN?

Bevor du dir ein neues Kleidungsstück kaufst, frage dich zunächst: Brauche ich das wirklich? Um etwas gegen den hohen Ressourcenverbrauch und die zum Teil schlechten Arbeitsbedingungen zu unternehmen, ist es schlicht und einfach am besten, nichts zu kaufen. Du kannst alternativ auch mit deinen Freunden oder anderen Menschen Klamotten tauschen oder dir etwas leihen. Meist trägt man Kleidung nicht, bis sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat. Und wenn die Jeans mal ein Loch hat, so kann man dieses auch flicken. Wenn du jedoch glaubst, ein neues Shirt oder eine neue Winterjacke zu brauchen, dann kannst du auch hier darauf achten, aus welchen Materialien sie hergestellt ist und unter welchen Bedingungen das Rohmaterial zum Kleidungsstück wurde. Dabei helfen dir die Tipps und Textilsiegel, die wir in unserem Artikel Fair-Kleidungs-Tipps und Siegel für dich zusammengestellt haben.

Abschnitt: CC-by-sa "Arbeitshilfe Kritischer Konsum" Rapha Breyer/Sebastian Friese DPSG


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