Zu viel Verkehr!

Der heutige Verkehr – ob in der Luft, an Land oder zu Wasser – stellt die pulsierenden Adern der Globalisierung dar. Es sieht nach grenzenloser Freiheit aus: Wir fliegen, wohin wir wollen, wir kaufen ein, ohne vom lokalen Markt abhängig zu sein, Politikerinnen und Politiker versprechen einen besseren Lebensstandard für alle durch die Globalisierung, das heißt, durch wachsende Mobilität. Das klingt doch vielversprechend. Wo ist dann da der Haken? Schwere katastrophale Naturereignisse in allen Teilen der Welt deuten auf eine globale Klimaveränderung hin. Zum großen Teil ist diese Veränderung auf durch den Menschen verursachte Treibhausgasemissionen (wie z. B. Kohlendioxid – CO2) zurückzuführen.

Der Verkehr zählt dabei zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen. Der allergrößte Teil der Emissionen erschließt sich dabei aus dem Personenverkehr. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Emissionen ist die verstärkte Nachfrage nach Gütertransportleistungen. Weltweite Treibhausgase im Umfang von umgerechnet jährlich durchschnittlich drei Tonnen CO2 pro Person könnte das Klimasystem in etwa verkraften, so die Schätzung von Klimaforschern. Etwa eine von diesen drei Tonnen CO2 könnte dann pro Kopf für Mobilität stehen. Das würde aber nur entweder für 3.000 km im Flugzeug oder alternativ 7.000 km per PKW oder aber 17.000 km Bahnfahrt im Jahr reichen.

Flüge – dreifache Klimawirkung

Der Gesamtbeitrag eines Flugzeugs zur weltweiten Klimaveränderung ist wegen der größeren Schädlichkeit der Schadstoffe in der Höhe etwa dreimal höher einzustufen als der von entsprechenden Emissionen am Boden. Kohlendioxid, Schleierwolken und Kondensstreifen wirken wie ein Treibhaus: Das Sonnenlicht scheint ungehindert hindurch und erwärmt die Erde, während die Rückstrahlung ins All zunehmend verhindert wird. Das führt zu einer globalen Temperaturerhöhung.

Schiffe – Sondermüll als Treibstoff

Lange Zeit galt die Schifffahrt als besonders umweltfreundlich, dabei gehören Schiffe mit zu den größten Umweltsündern. Insbesondere in Hafengebieten tragen Schiffe in hohem Maße zur Belastung mit Feinstaub bei. Der größte Teil des globalen Güter- und Warentransports läuft über Seewege. Dazu kommen noch Kreuzfahrten. Ein einziges Kreuzfahrtschiff stößt auf seiner Fahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Autos auf der gleichen Strecke. Grund dafür ist der Treibstoff. Fast alle großen Schiffe verbrennen hauptsächlich Schweröl, ein Abfallprodukt aus Öl-Raffinerien, bei dessen Verbrennung schädliche Gase entstehen. Verunglückt ein mit Öl betanktes Schiff, führt dies zu einer verheerenden Naturkatastrophe. Die Folgen der Schifffahrt für das Klima, die Umwelt, aber auch für die Gesundheit vieler Menschen sind schwerwiegend.

Verkehrsmittel im Vergleich

Abschnitt: CC-by-sa "Arbeitshilfe Kritischer Konsum" Saskia Scholten, Magdalena Werner & Sonja Wichert

Was tun?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um nachhaltig unterwegs zu sein. In unseren beiden Artikeln „Mobil sein ohne Auto“ und „Emissionen ausgleichen“ zeigen wir euch mehrere Varianten, wie man sogar über öffentlichen Personennahverkehr klimafreundlich mobil sein kann.