Wie man Silvester auch nachhaltig feiern kann

Etwa 137 Millionen Euro wurden beim letzten Neujahrsübergang 2016/2017 für Feuerwerkskörper in die Luft verpulvert. Die Zahl der Käufe in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Was viele mit einem schön anzublickenden Ereignis und guten Vorsätzen für das neue Jahr verbinden, hat für die Umwelt und Gesundheit jedoch extrem negative Folgen. 

Feinstaub, Kinderarbeit und Müll

Laut des Umweltbundesamts (UBA) werden allein in der Silvesternacht durch Böller und Raketen rund 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was alleine etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge entspricht. Wie bereits durch zu hohes Verkehrsaufkommen in Großstädten Deutschlands bekannt wurde, gefährdet das Einatmen von Feinstaub die menschliche Gesundheit. Es führt zu Atemwegserkrankungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen und erhöht zudem das Sterberisiko durch Krebs.

Beim Kauf von Feuerwerkskörpern ist vielen nicht bewusst, dass 97% der weltweit erstellten Knaller in China und Indien produziert werden. In der chinesischen Provinz Hunan liegt einer der größten Herstellungsorte. Die Stadt Liuyang nennt sich selbst Welthauptstadt des Feuerwerks, mit 1700 örtlichen Fabriken und rund 325.000 Arbeiterinnen und Arbeitern. Die dort herrschenden Arbeitsbedingungen und Löhne sind absolut nicht menschenwürdig. Jahr für Jahr geschehen dort etliche Unfälle, die jedoch durch die Medien meist nicht erwähnt werden. Das für die Herstellung benötigte Übergangsmetall „Cadmium“ verseucht die dort anliegenden Ackerflächen und gelangt somit über Reis und Gemüse in die Nahrungskette der Menschen. Dies kann wiederum schwer erkennbare chronische Vergiftungen hervorrufen.

Am zweitgrößten Standort in Indien arbeiten circa 70.000 Kinder in der Feuerwerksindustrie. Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden am Tag und bis zu sechs Tage die Woche sind dort Alltag. Die Kinder verdienen dort nur einen Bruchteil des Lohns von Erwachsenen und das Risiko der ausgesetzten Gefahren wird offenbar weiterhin geduldet. 

Ein weiterer Aspekt der negativen Folgen des Silvesterabends ist der entstehende Müll; und dieser ist enorm. In einigen Großstädten häufen sich durch Böller, Raketen, Glasscherben und Plastikbecher bis zu 40 Tonnen Müll an, worauf einige Entsorgungsdienste bereits mit Bußgeldstrafen, wenn man seinen eigenen Müll vor dem Haus nicht selbst beseitigt, gedroht haben.

Was kann man tun?

Es wird nicht leicht sein jeder und jedem das Böllern und verpulvern Raketen komplett verbieten können. Um allerdings zur Verminderung der Feinstaubbelastung, der Reduzierung des Mülls und Verbesserung der eigenen Gesundheit beitragen zu können, sollte man sein persönliches Feuerwerk einschränken, wenn nicht sogar komplett vermeiden. Zur Reduzierung des Mülls ist die Umstellung von Einwegbechern und Plastikgeschirr auf Mehrweggeschirr die beste Lösung. Zudem sollte jeder und jede seinen eigenen Müll, den er oder sie auf der Straße verursacht hat, selbst entsorgen. Durch den Verzicht von Feuerwerkskörpern zeigt ihr den schlechten Arbeitsbedingungen in China und Indien die rote Karte. Bei der Auswahl eures Essens müsstet ihr bereits wissen, dass es regionale und saisonale Kriterien gibt, auf die man auch beim Silvestermenü zurückgreifen kann. Tolle Gerichte und Rezepte gibt es auch bei www.regional-saisonal.de.

Und hey, auch ohne Knallkörper kann man das neue Jahr feiern und sich in den Armen liegen, so wie die Beatles es besungen haben: „All you need is Love“. ;-) (Unser Tipp als Null-Uhr-Song)


Quellen:

Nachhaltig-Sein.Info (2016): 5 Tipps für ein nachhaltiges Silvester, Link: http://nachhaltig-sein.info/lebensweise/5-tipps-nachhaltiges-silvester-feuerwerk

Statista (2017): Silvesterumsatz mit Feuerwerk in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2017 (in Millionen Euro), Link: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/284913/umfrage/umsatz-der-deutschen-pyrotechnischen-industrie/.  

Utopia (2017): Feuerwerksproduktion: Fabriken brennen, Kinder arbeiten – und wir sind taub, Link: https://utopia.de/feuerwerk-arbeitsbedingungen-china-indien-35189/