Warum unsere Butter so teuer ist

Viele dürften schon längst bemerkt haben, dass der Preis für Butter in unseren Supermärkten in kürzester Zeit enorm angestiegen ist. Anfang September dieses Jahres knackte die 250-Gramm-Packung die 2€-Marke. Dieser Stand wurde seit 50 Jahren nicht mehr erreicht. Blickt man auf das vergangene Jahr zurück, bezahlte man dort gerade einmal 80 Cent für das herkömmliche Streichfett. Wie kann das sein? Auch andere Milchprodukte, wie Käse und Sahne wurden spürbar teurer. Es gibt zwei Faktoren, welche die aktuell hohen Preise erklären.

Kleineres Angebot an Milchprodukten

Als erster Grund ist zu nennen, dass es EU-weit immer weniger Milchbetriebe und Höfe mit kleineren Rinderviehherden gibt. Die EU, aber auch Bund und Länder in Deutschland fördern vermehrt die Reduzierung der Milchmenge, um zukünftig einen stabileren Milchpreis zu generieren. Mit einem „Milchmengenreduzierungsprogramm“ stellte die EU-Kommission 150 Millionen Euro zur freiwilligen Verringerung der Milchanlieferung für Milchbetriebe zur Verfügung. Noch zuvor lag ein Überangebot an Milchprodukten vor, während die Preise im Supermarkt sowie die Zahlungen an die Milchbetriebe im Keller lagen. Ein großer Skandal breitete sich aus, da die Milchbäuerinnen und -bauern gerade einmal 23 Cent für den Liter Milch erhielten. Dieser zyklischen Preisentwicklung versucht die Politik nun eben mit solchen Reduzierungsprogrammen entgegenzuwirken. Durch die finanziellen Anreize für kleinere Betriebe hat sich aktuell das Angebot auf dem Milchmarkt also wieder verkleinert. Dementsprechend sind die Preise für die Supermärkte und Discounter im Einkauf gestiegen.

Wachsende Nachfrage - Naturprodukte werden bei Verbrauchern  mehr denn je geschätzt

Neben der sinkenden Produktion wächst gleichzeitig auch die Nachfrage. Björn Börgemann vom Milchindustrie-Verband bestätigte gegenüber Spiegel Online, dass unter VerbraucherInnen der Konsum von Milchfetten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Hingegen bevorzugt die weiterverarbeitende Industrie lieber pflanzliches Fett gegenüber tierischem in ihren Rezepturen, so Börgemann. Der Geschmacksträger Fett ist also wieder im Trend.

Kommt das Geld bei den Bäuerinnen und Bauern an?

Während die Milchbauern im Vorjahr noch mit Verkaufspreisen um die 20 Cent kämpfen mussten, bekamen die Betriebe im Juli 2017 im Schnitt 36,1 Cent je Liter. Laut Björn Börgemann seien jedoch in Zukunft 40 Cent nötig, damit die Bauern langfristig auskömmlich produzieren können.

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