Supermarktmacht

Weltweit ist die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mit Aldi, Edeka, Lidl, Metro und REWE dominieren in Deutschland nur noch fünf große Handelsketten den Markt. Während eine Vielzahl von Menschen am Prozess der Nahrungsmittelproduktion beteiligt ist, verdient nur eine kleine Zahl an Konzernen an der Verarbeitung und Vermarktung der Produkte. In ihrem Streben nach großem Gewinn, geht es großen Konzernen in erster Linie um ihren Profit, auch wenn Produzierende oder die Umwelt darunter leiden müssen. Als sogenannte Türsteher im Lebensmittelhandel üben sie darüber hinaus unfaire Einkaufspraktiken aus, um zusätzliche Marktanteile zu gewinnen.

Zum Beispiel: Nestlé

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Du heute schon ein Nestlé-Produkt verzehrt hast. Nestlé ist die weltweite „Nummer Eins“ in der Lebensmittelverarbeitung. Zu Nestlé gehören viele Marken, wie z.B. Nescafé, Nestea, Nesquick, Vittel, Mövenpick, Schöller, Alete, Buitoni, Thomy, Maggi, KitKat, Smarties oder Herta. Mit hoher Verantwortung nimmt es Nestlé jedoch nicht so ernst, wie man es von einer Nummer Eins erwarten würde. So bedeutet Nestlé für viele Milchlieferanten in Südamerika das Aus. Durch die riesigen Produktionsmengen und das subventionierte Milchpulver aus Europa, kann Nestlé seine Milchprodukte zu Dumpingpreisen anbieten, das heißt zu Preisen, die niedriger als die Herstellungskosten sind. Einheimische Firmen können mit diesen Preisen nicht mithalten und gehen Bankrott. Die wenigen verbliebenen Firmen werden von Nestlé aufgekauft. So erlangt Nestlé ein Monopol auf Milchprodukte. Über Abnahme, Lieferverträge und Produktionsstandorte entscheidet dann einzig und allein der Schweizer Großkonzern.

Aldi, Lidl, REWE & Co.

Nicht nur multinationale Unternehmen, wie Nestlé oder Coca Cola verfügen über eine riesige Marktmacht. In Deutschland werden 90 Prozent der Lebensmittel von den fünf größten Supermarktketten verkauft. Im Verdrängungswettbewerb haben Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Bäuerinnen und Bauern das Nachsehen. Der Preisdruck wird genau wie die Risiken in der Lieferkette nach unten weitergereicht. Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen sind sowohl hier als auch im globalen Süden an der Tagesordnung.

Was tun gegen die steigende Marktkonzentration?

Die Möglichkeit „mit dem Einkaufskorb abzustimmen“, also durch Kaufentscheidungen bewusst Zeichen zu setzen, wird durch die Marktkonzentration immer schwieriger. Unser Tipp: Regionales kaufen!


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