Bio-Siegel

Das staatliche Bio-Siegel

Bio darf sich in Deutschland nur etwas nennen, was den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung entspricht. Das Bio-Siegel steht für eine ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung.
Dies beinhaltet unter anderem: 

  • Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel
  • kein Anbau oder Zucht von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren
  • artgerechte Haltung
  • keine Konservierung durch radioaktive Strahlen
  • kein Einsatz von Antibiotika

Das deutsche Siegel dafür ist das grüne Sechseck. Bei diesem Zeichen kannst du davon ausgehen, dass die Bio-Mindeststandards eingehalten werden.

EU-Bio-Siegel

Seit 2009 gibt es europaweit ein einheitliches Logo. Sowohl das grüne Sechseck, als auch das neue Logo mit dem Euro-Blatt garantieren diese Mindeststandards.

Warenzeichen der Verbände

Neben den staatlichen Bio-Richtlinien gibt es private Initiativen, die sich ganz der ökologischen Produktion verschreiben und freiwillig mehr machen, als der Gesetzgeber vorschreibt. Diese Verbände folgen eigens aufgestellten und noch strengeren Richtlinien, um eine verantwortungsvolle Landwirtschaft zu betreiben. In Deutschland gehören dazu die bekannten Ökoanbauverbände: Demeter, Bioland und Naturland.

Die wichtigsten Unterschiede zu den nationalen bzw. europäischen Bio-Siegeln sind: 

  • Umstellung auf ökologische Bauernhöfe
    Die Anbauverbände verlangen eine einheitlich ökologische Arbeit auf Hof und Acker. Die konventionelle Arbeit auf einem der beiden Gebiete ist nicht erlaubt.
  • Einsatz von konventionellen Futtermitteln ausgeschlossen
    Im Gegensatz zu den EU-Richtlinien dürfen konventionelle Futtermittel gar nicht mehr oder nur in engem Rahmen verwendet werden.
  • Mehr Flächenbindung
    Um eines der Warenzeichen zu erhalten, müssen die Bäuerinnen und Bauern Schweinen und Hühnern wesentlich mehr Platz bereitstellen, als es die EU vorschreibt.
  • Düngerzukauf nur aus ökologischen Betrieben
    Den Verbandsbauern ist es, anders als bei EU-Bio-Bauern, verboten Gülle und Jauche aus konventionellen Betrieben einzusetzen, auch nicht in Ausnahmefällen.
  • Weniger Hilfs- und Zusatzstoffe
    Verbandsbauern müssen weitgehend auf Enzyme und natürliche Aromen verzichten. Dies ist für verschiedene Produktgruppen geregelt.

Dieser zusätzliche Aufwand macht die Erzeugung von „Verbands-Bio“-Lebensmitteln arbeitsintensiver und teurer als bei Lebensmitteln, die mit dem EU-Bio-Siegel ausgezeichnet sind.

Bioland

Bioland ist gemäß der Fläche und Mitgliederzahl der größte ökologische Anbauverband Deutschlands. Um das Bioland-Siegel zu erhalten, müssen die landwirtschaftlichen Betriebe alle Betriebszweige auf biologische Landwirtschaft umstellen. www.bioland.de

Demeter

Demeter ist ein Anbauverband der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Das heißt, dass hier die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur und die natürlichen Prozesse im Boden und den Lebensmitteln selbst im Vordergrund stehen. www.demeter.de

Naturland

Naturland gehört zu den großen Zertifizierungsorganisationen von Bioprodukten und möchte ökologische Kompetenz mit sozialer Verantwortung vereinen. Auch Naturland deckt mit seinen Richtlinien Bereiche ab, die in den EU-Richtlinien nicht geregelt sind, wie etwa in der Textil- und Kosmetika-Herstellung. www.naturland.de

Fisch & Meeresfrüchte

Auch bei Fisch und Meeresfrüchten kannst du auf die Zertifizierung, etwa von Bioland oder Naturland achten. Außerdem ist die Zertifizierung von MSC (Marine Stewardship Council) ein Hinweis auf ein Produkt aus nachhaltiger und umweltbewusster Fischerei.


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