Bio-Lebensmittel - Bio logisch?

Unter biologischen Lebensmitteln versteht man eine Erzeugung und Verarbeitung nach den Richtlinien des ökologisch kontrollierten Anbaus. Das bedeutet, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nicht erlaubt sind und keine chemischen Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen. Tiere müssen artgerecht gehalten sein und nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt. Der Begriff „bio“ ist von der Europäischen Union gesetzlich geschützt.
Bio-Alternativen von allerlei Lebensmitteln sind mittlerweile in jedem Supermarkt zu bekommen. Es gibt dabei unterschiedliche Abstufungen. Sehr zu empfehlen, weil sie die höchsten Standards erfüllen müssen, sind Produkte mit dem Demeter oder Naturland-Siegel. Genaueres dazu findest du in der Übersicht der Bio-Zeichen.

Bio ist gesünder.

Beim Anbau von konventionellen Lebensmitteln werden viele Pestizide und chemischer Dünger eingesetzt. Ziel ist es, den Ertrag der Pflanzen zu steigern und Ernteausfälle zu verhindern. Jedoch treten bei wiederholter Anwendung sogenannte Resistenzen auf, das heißt, die Pflanzen sind immun gegenüber den Wirkstoffen. Die Gifte wirken aber nicht nur auf den Pflanzen für welche sie gedacht sind, sondern auch auf alle anderen Organismen im Einsatzgebiet. Dies belastet das Ökosystem und damit die Umwelt. 

Auf Bio-Lebensmitteln sind die Rückstände von Pestiziden und chemischen Düngern natürlich geringer. Wir Menschen kommen deshalb weniger mit diesen Giften in Kontakt.

Bio-Produkte weisen einen höheren Nährstoffgehalt auf. Das bedeutet, dass wichtige Mineralien und Vitamine in biologisch erzeugten landwirtschaftlichen Produkten häufiger vorkommen.  Außerdem enthalten Bio-Lebensmittel weniger Schwermetalle, wie etwa Cadmium, die sich im Körper einlagern können.

Geld

Natürlich sind Bio-Produkte generell teurer. Das liegt daran, dass auf derselben Anbaufläche weniger Ertrag zu erwarten ist und trotzdem dieselbe Arbeit anfällt. Außerdem sind ökologisch wirtschaftende Betriebe meist kleiner. Das führt zu höheren Kosten pro Einheit.

Es liegt in deiner Hand, ob du bereit bist für bessere Produkte und eine geringere Belastung der Umwelt mehr Geld auszugeben. Vielleicht beginnst du bei einem bestimmten Produkt auf Bio umzustellen.

Wenn du mit einer Gruppe unterwegs bist und größere Mengen an Lebensmitteln benötigst, lohnt es sich auf jeden Fall zu schauen, wo gute Bezugsquellen sein können. Frag doch einfach mal rechtzeitig am Marktstand nach oder sprich direkt mit der heimischen Bäuerin oder dem lokalen Bauern über mögliche Mengenrabatte.

Außerdem schwankt der Preis für Bio-Produkte auch dadurch, wie gut sie gerade verfügbar sind. Eine Tomate kostet im Juni sicherlich weniger als im Januar. Wenn du darauf achtest, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, kannst du auch viel Geld sparen. Schau doch mal hier im Saisonkalender nach. 

Transport/Klima

Um die Nachfrage nach Bio-Produkten zu decken, werden viele Produkte aus dem Ausland importiert, nicht selten auch aus Übersee: Argentinien, Chile, Kanada oder Südafrika stehen manchmal auf dem Etikett. Das bedeutet, dass die eigentlich ökologischen Produkte durch die langen Transportwege eine schlechte CO2-Bilanz  aufweisen können. Damit belasten Bio-Produkte genauso wie konventionelle Produkte das Klima.

Marktmacht

Durch die in den letzten Jahren gesteigerte Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln, die anfänglich vor allem von Hof- und Bauernläden verkauft wurden, sind auch die großen Einzelhändler ins lohnende Geschäft eingestiegen. Das ist einerseits super für uns Verbraucherinnen und Verbraucher, denn der gesunde Einkauf ist nun einfacher möglich geworden. Andererseits bringt das große Angebot einen hohen Preis mit sich. Die großen Handelsketten drücken auch im Biobereich den Erzeugerpreis und spielen ihre Marktmacht aus. Weitere Informationen findest du auf Supermarktmacht.de


Weiterlesen

CC-by-sa Mike Nonnenbroich/Rapha Breyer BDKJ Bundesverband

Themen