Das "Fairphone" – Das Telefon der Zukunft?

Mit dem Fairphone liegt man eindeutig im Trend. Nicht nur, dass es ein hochwertiges Mittelklasse-Smartphone ist, sondern auch, dass es unter ethisch korrekten Herstellungsbedingungen produziert wird. Als erste „faire Alternative“ zu den großen Smartphone-Herstellern eröffnet das Fairphone einen neuen Markt für Nachhaltigkeit in der Tech-Industrie. 

Menschliche Arbeitsbedingungen - angemessene Löhne

Die Rohstoffe, die für dieses Handy verwendet werden, stammen zum größten Teil aus fairen Abbaubedingungen, d.h.: es soll bei der Herstellung des Fairphone 2 keine unmenschlichen Arbeitsbedingungen geben. Nicht alle Mineralien und Metalle, die bei durchschnittlichen Smartphones verwendet werden, kommen ins Fairphone. Der Hersteller achtet darauf, weniger gefährliche und giftige Materialien zu beschaffen und legt den Wert auf erneuerbare Ressourcen. Beispielsweise Anstelle den Krisenregionen den Rücken zu stellen, verhandelt der Hersteller über faire Arbeitsbedingungen. In puncto Nachhaltigkeit und Umweltverschmutzung setzen sie sich für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Diese erhalten sogar Mitspracherechte, die Arbeitnehmervertretungen werden gestärkt und es werden angemessene Löhne gezahlt.

DIY: Do it yourself

Jeder erfahrene Smartphone-Besitzer kann mit Sicherheit ein Liedchen von nervigen Reparaturen und Kosten singen. Als zusätzliches Plus des Fairphones stellt sich die Austauschbarkeit der Einzelteile dar. Ist ein Teil beschädigt, soll der Käufer selbst in der Lage sein, auch bei größeren Defekten, Einzelteile zu ersetzen. Dadurch werden Zeit und viel Geld sowie Rohstoffe eingespart. Außerdem soll es lange nutzbar sein und gut wiederzuverwerten. Das ist in der heutigen Zeit, in der Smartphones dazu konzipiert sind nach wenigen Jahren kaputt zu gehen, eindeutig fair. Die Wiederverwertbarkeit der Materialien hilft zudem, den Rohstoffabbau zu reduzieren und somit bleiben die raren Rohstoffe der Erde länger erhalten.

Nicht 100%, aber ein Anfang

Für den Betrag von etwa 525,- € erhält man nicht nur ein sehr gutes und nachhaltiges Smartphone, sondern setzt gleichzeitig auch ein Zeichen für bessere Herstellungs- und gerechtere Lebensbedingungen der Beteiligten. Mit dem Fairphone 2 wurde die Möglichkeit aufgezeigt, gute Smartphones herzustellen ohne, dass dafür Kinder und Arbeiter ausgebeutet oder wertvolle Ressourcen verschwendet werden müssen. Zwar ist es auch bei dem Fairphone aufgrund der Vielzahl an benötigten Materialen, der Komplexität der Fertigungskette und der Einzigartigkeit des Projektes, noch nicht richtig von 100% fairen Herstellungswegen zu sprechen, aber ein Anfang ist gemacht: Es ist möglich, man muss es nur versuchen.

Auf der Website von Fairphone kannst du dir eine genaue Aufgliederung der Materialkosten ansehen, aus der das Smartphone besteht: Cost Breakdown of the Fairphone 2

Entwicklungen, neue Farben & Das Fairphone 3?

Das niederländische Start-Up Unternehmen übt sich ständig daran das Fairphone zu verbessern. So präsentierten sie im Juni 2017 eine neue offene Android-6-Version, mit der der Nutzer selbst entscheiden kann, welche Anwendungen und Dienste auf dem Fairphone installiert werden sollen. Somit können die Standard-Google-Dienste, die auf den meisten Smartphones bereits vorher installiert sind, ausgeschlossen werden. Auch neue Kamera-Module wurden entwickelt, die eine bessere Foto-Qualität versprechen.

Eine weitere Besonderheit ist das individuelle Design des Gehäuses. Damit bleibt das Fairphone nicht nur fair sondern es sieht dazu auch noch bunt und schön aus.

Zwei Jahre nach Veröffentlichung des Fairphone 2 im Jahr 2015 wird zurzeit gemunkelt, ob sich das dritte Nachfolgermodell bereits in der Entwicklung befindet. Nach der übermäßigen Produktpflege des Zweier-Modells im Jahr 2017 sollte man jedoch etwas Geduld haben.